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Die Mumie „Sherit“ als kombinierte Darstellung von CT- und optischem Scan: Das hellblaue Gitternetz dient allein der Veranschaulichung. Es soll die nun mögliche Kombination von farbigen optischen 3D-Oberflächenscans und den mittels CT-Scan gewonnen internen dreidimensionalen Volumendaten symbolisieren.

Neue Technik gibt Mumie ihre Farben zurück

Eine neue Software von Volume Graphics ermöglicht es, mit nur einem Klick die visuell aussagekräftigen Daten eines optischen 3D-Scanners mit der alles durchdringenden Detailliertheit eines CT-Scans zu kombinieren. Einer der ersten Einsätze der neuen Funktion war der Scan der Sherit-Mumie.

Sherit, altägyptisch für "Kleine", ist ein mumifiziertes ägyptisches Kind, das vor zwei Jahrtausenden im Alter von 4 Jahren starb. Die Mumie liegt im Rosicrucian Egyptian Museum im kalifornischen San Jose.


Ein hochpräziser optischer Scan, aufgenommen mit einem 3D-Handscanner des Luxemburger Unternehmens Artec 3D, lieferte ein beeindruckend plastisches, farbiges Abbild der Oberfläche der Mumie. Die Aufnahme wird als sogenanntes texturiertes Mesh gespeichert, das sowohl Farb- als auch geometrische Information enthält. Zusätzlich erfasste ein CT-Scan mit einem AXIOM-Scanner von Siemens zerstörungsfrei die komplette innere Struktur der Mumie, die dem optischen Scanner verborgen blieb. Aus dem CT-Scan wurde das dreidimensionale Volumen berechnet, das alle Informationen über Materialien, Gewebe und Geometrien enthält.

Diese beiden Aufnahmen galt es nun in einem einzigen 3D-Modell zusammenzubringen. Dafür wurde das texturierte Mesh (Volume Graphics Software unterstützt auch farbige Punktwolken) auf die Oberfläche des aus dem CT berechneten Objekts gelegt. Das Ergebnis ist im konkreten Fall eine Mumie, die sowohl von außen als auch innen die bisher exakteste digitale Kopie des Originals ist.

Die CT liefert zwar umfassende Materialinformationen, aber eben keine Farbinformationen. Daher mussten bisher mit CT gescannte Objekte manuell eingefärbt werden, um ihrer Oberfläche eine realistische Anmutung zu geben. Dank Volume Graphics entfällt dieser Schritt nun, wenn man zusätzlich zum CT-Scan auch einen optischen Scan des Objekts anfertigt. Die Funktion OBJ- und PLY-Daten einzulesen ist Teil der neuen Version VGSTUDIO MAX 3.1. Auch farbige Punktwolken werden von der Software unterstützt. VGSTUDIO MAX ist die High-End-Software für die Analyse und Visualisierung von Daten der industriellen Computertomographie (CT).

Christof Reinhart, CEO von Volume Graphics: „Wir sind sehr gespannt, was die Anwender unserer Software tun werden, wenn sie ihre Volumendaten jetzt um eine weitere Dimension erweitern können! Durch das Hinzufügen von farbigen Punktwolken und Meshes verschmelzen die bisher getrennten Welten von optischen und CT-Scannern. Dies erlaubt eine lebensechte, genauere Darstellung gescannter Objekte und verbessert damit unser Verständnis dieser Objekte.“

Offensichtliche Einsatzgebiete sind der Schutz kulturellen Erbes, Forensik, Archäologie, Anthropologie, sowie Medizinwissenschaften. Doch auch für die Industrie ergeben sich Anwendungsmöglichkeiten: So können nun mit CT ermittelte Details im Inneren durch das Einbeziehen texturierter Meshes  im Kontext mit farblichen Details auf der Oberfläche betrachtet werden.